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Schmerzensgeld – Abfindungsvereinbarung unterschreiben?

Wer Schmerzensgeld beansprucht, muss leiden – oder hat schon gelitten. Häufig unter den Folgen eines Verkehrsunfalls. Neben den üblichen materiellen Schäden am Auto tritt zumeist noch eine gesundheitliche Beeinträchtigung des Unfallopfers hinzu, die sich glücklicherweise meist lediglich in Form eines Halswirbelsäulen-Schleudertraumas (HWS) äußert, im Einzelfall aber auch ganz beträchtlich sein kann.


Dem Schmerzensgeld kommt dabei neben einer Ausgleichsfunktion für die erlittenen Schmerzen auch eine Genugtuungsfunktion zu. Zur konkreten Höhe des Schmerzensgeldanspruchs hat sich zwischenzeitlich eine umfangreiche Rechtsprechung herausgebildet, die unter anderem auf Basis der ärztlich festgestellten Diagnosen und der Dauer der bescheinigten Erwerbsunfähigkeit zu unzähligen Konstellationen Beträge ausgeurteilt hat. Diese Werte stellen indes lediglich Anhaltspunkte für die Bemessung des individuellen Anspruchs auf Schmerzensgeld dar, denen sich zumeist zumindest eine Ober- und Untergrenze entnehmen lässt.
Da aber praktisch jeder Fall anders zu beurteilen ist, und eine möglicherweise identische Verletzung bei unterschiedlichen Geschädigten ganz verschiedene Auswirkungen zeigen kann, ist eine Einzelfallprüfung unumgänglich. Zudem sind insbesondere bei älteren Gerichtsentscheidungen auch zwischenzeitlich eingetretene Geldwertverluste zu berücksichtigen, denen durch eine Erhöhung des Betrages Rechnung getragen werden muss.
Resultiert der Gesundheitsschaden, für den Schmerzensgeld beansprucht wird, aus einem Verkehrsunfall, muss sich das Opfer in der Regel mit der KFZ-Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers auseinandersetzen, da diese auch für den Schmerzensgeldanspruch des Verletzten eintrittspflichtig ist. Diese Korrespondenz ist selten von übermäßiger Großzügigkeit seitens der Versicherung geprägt, weshalb dem Verletzten nur geraten werden kann, sich rechtzeitig fachkundiger anwaltlicher Beratung und Unterstützung zu bedienen.
Besondere Vorsicht sollte der Geschädigte walten lassen, bevor er eine Vereinbarung unterzeichnet, mit der die Versicherung dem Verletzten einen Auszahlungsbetrag zur Abfindung des gesamten Schmerzensgeldanspruchs anbietet. Denn die Versicherung ist auch ohne eine solche Vereinbarung zur Zahlung eines angemessenen Schmerzensgeldes verpflichtet. Das Schmerzensgeld deckt dann grundsätzlich sämtliche Folgeschäden mit ab, die zum Zeitpunkt der Zahlung vorhersehbar sind. Treten später neue Verletzungen als Folge des Unfalls auf, mit denen auch ein Fachmann nicht rechnen konnte, kann der Verletzte ein erneutes Schmerzensgeld beanspruchen. Unterzeichnet der Verletzte allerdings eine Abfindungsvereinbarung, begibt er sich dieses Anspruches für alle Zukunft.

Hierbei sollte daher genau geprüft werden, ob dieses Risiko in Ansehung der Verletzung eingegangen werden kann. Jedenfalls aber sollte sich ein Geschädigter auf diesen Verzicht nur gegen eine Erhöhung des von Seiten der Gerichte für angemessen erachteten Schmerzensgeldbetrages einlassen. Bedient sich der Geschädigte dabei eines Rechtsanwalts, so sind dessen Kosten für die Geltendmachung des angemessenen Schmerzensgeldes übrigens ebenfalls von der Kraftfahrzeughaftpflichtversicherung des Unfallverursachers zu tragen.

Ihr Ansprechpartner: Rechtsanwalt Matthias Koch

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Eine Reaktion zu “Schmerzensgeld – Abfindungsvereinbarung unterschreiben?”

  1. beata tarnowski

    Ich hate Autounfall vor paar Jahren. Mein Mann hat mich überhaupt nicht in Krankenhaus zur Untersuchung gebracht. Kann ich mein mann verklagen aufs Schmerzensgeld und wie viel bekomme ich ungefär ?= danke

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